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Benötigen Adipöse eine weitere Impfstoffdosis?

Obgleich die Zulassungsstudie zur Impfstoffwirksamkeit des COVID-19-Vakzins von BioNTech/Pfizer auch bei Patienten mit einer Adipositas keine signifikanten Unterschiede in der Wirksamkeit feststellen konnte,[1] liegen nun Ergebnisse aus einer Kohortenstudie aus Italien vor, die ganz erhebliche Schwankungen beobachtet.[2]

Für die Studie wurde die Menge der durch eine Impfung erzeugten Antikörper getestet. Dabei zeigten sich signifikante Unterschiede in Bezug auf Alter, Geschlecht und auch Körpergewicht.

Je höher der BMI, desto weniger Antikörper sind laut Studie nach der zweiten Impfdosis nachweisbar. Bei Normalgewichtigen mit einem BMI von bis zu 24,9 konnten 325,8 AU/ml nachgewiesen werden, bei Adipösen mit einem BMI über 30 lediglich 167 AU/ml. Durch die chronische Inflammation bei adipösen Patienten reagiert das Immunsystem schwächer. Demnach könnte die Impfantwort bei Adipösen, wie bei anderen Impfungen auch, schwächer ausfallen.

Gerade aufgrund der schweren Verläufe und der erhöhten Mortalitätsrate bei adipösen COVID-19-Erkrankten, verweist die Studie auf dringend benötigte größere Folgestudien[3] bzgl. der adipösen Patientenpopulation. Sollten sich die Ergebnisse bestätigen, müssten dann ggf. eine zusätzliche Vakzindosis oder größere Mengen des Vakzins verabreicht werden.

Quellen:

[1] Vgl. Polack et al. (2020): Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine. In: New England Journal of Medicine, 383(27), S. 26032615.

[2] Vgl. dazu eingehender Pellini et al. (2021): Obesity may hamper SARS-CoV-2 vaccine immunogenicity. In: medRXiv (DOI: 10.1101/2021.02.24.21251664)

[3] An dieser Studie nahmen 248 Probanden teil.